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Ludwig Rahlfs

 Der Lehrer und Organist Ludwig Rahlfs wurde am Benzer Kirchweg in der Walsroder Ortschaft Düshorn im Alter von 87 Jahren auf einem Heidehügel beigesetzt.

Der Komponist des bekannten Volksliedes "Auf der Lüneburger Heide .." wurde am 1.Mai 1863 in Vilsen, Kreis Grafschaft Hoya, geboren. Sein Vater Heinrich Rahlfs war, wie auch schon die Vorfahren, Lehrer und Organist. 1867 wurde Heinrich Rahlfs nach Düshorn versetzt. Hier verbrachte Ludwig Rahlfs dann auch mit seinen 10 Geschwistern seine Jugend. Er liebte die Heide über alles und war bis zu seinem Lebensende eng mit ihr verwachsen. Schon in früherer Jugend war der Vater dem jungen Ludwig ein guter Lehrer im Klavierspiel. Er erlernte aber auch das Geigen-, Flöten- und Orgelspiel.

Dasselbe galt auch für alle anderen Geschwister. Mit 14 Jahren hat Ludwig Rahlfs bereits seinen Vater als Organist bei den Gottesdiensten in der Düshorner Kirche vertreten. Nach seiner Lehrerprüfung wurde er als Lehrer und Organist in Hannover angestellt, wo er bis zum Tode blieb.

Die Kompositionen Ludwig Rahlfs fanden nicht nur bei der Jugend Anklang, sie wurden zu Löns-Liedern von echter Volkstümlichkeit. Allen voran aber das Lied "Auf der Lüneburger Heide ..", das er vor rund 80 Jahren komponierte und das noch heute zu den meistgesungenen deutschen Volksliedern gehört. 1916 ließ Rahlfs als erstes Werk fünfzig Melodien zum Lönsschen "Kleinen Rosengarten" drucken.

Rahlfs‘ Leben stand ganz und gar im Zeichen des Einsatzes für das deutsche Lied. Schulgesang und Männerchor haben durch ihn eine bedeutende Förderung erfahren. Über sechshundert Liedkompositionen stammen aus seiner Feder. Auch für das plattdeutsche Liedgut hat sich Rahlfs sehr eingesetzt. Sein bekanntestes Werk, der "Plattdeutsche Liederborn", erschien 1921 im Carl-Schünemann-Verlag Bremen.

Alle seine Vertonungen sind Ausdruck einer tiefempfundenen Heimatliebe. Diese Heimatliebe ging auf die Heidewanderer über, die von Wandergruppe zu Wandergruppe für die Verbreitung der Lieder sorgten und somit der damals noch wenig geachteten Lüneburger Heide wieder Ehre zuteil werden ließen. Das hatte aber auch zur Folge, daß das Lied "Auf der Lüneburger Heide.." im Mundes des Volkes arg verändert wurde, so daß die ursprüngliche, reine und schöne Form kaum noch bekannt ist.

Als Anerkennung dafür, daß die von ihm komponierten Lieder dem Wesen der Dichtung von Hermann Löns am nächsten kamen, wurde Ludwig Rahlfs an seinem 77. Geburtstag vom Löns-Bund die Hermann-Löns-Plakette verliehen.

Im Dezember 1973 wurde die Schule in Düshorn nach ihm "Ludwigs-Rahlfs-Schule" benannt.

1950 verstarb Ludwig Rahlfs und fand inmitten stiller Waldeinsamkeit, nahe der Ortschaft Düshorn, seine letzte Ruhe. Seine Grabstätte wurde von Friedrich Pröhl, Ellinghausen, zur Verfügung gestellt.