Das Grundlose Moor
Einst gab es in Niedersachsen als moorreichstem Landschaftsraum Mitteleuropas noch riesige Moorgebiete. Heute sind nur noch etwa 250 km² der verbliebenen 3300km² Hochmoorflächen in naturnahem Zustand. Alle anderen Moorflächen wurden abgetorft, für landwirtschaftliche Zwecke kultiviert, aufgeforstet und anderem Nutzen zugeführt. Moore können immer dann entstehen, wenn Regenwasser gar nicht oder nur sehr spärlich ablaufen kann. Höhere Pflanzen können mit derartigen Lebensbedingungen nicht fertig werden. Dagegen sind Torfmoose in der Lage, die geringe Menge von Nährstoffen, die sie benötigen , aus den Niederschlägen zu verwerten. In dem Maße, wie sie im unteren Teil absterben, wachsen sie oben weiter. Sie benötigen keine Wurzeln zur Nährstoffaufnahme, sondern nehmen die Nährstoffe direkt aus den Niederschlägen auf. Die abgestorbenen Torfmoosteile zersetzen sich nicht, sondern bleiben als Torf erhalten.
Es dauert also Tausende von Jahren bis ein richtiges Moor entsteht.
Das Naturschutzgebiet Grundloses Moor hat heute noch etwa eine Größe von 100 Morgen. Es ist Heimat seltener und vom Aussterben bedrohter Pflanzen. Viele dieser Pflanzen stehen als äußerst gefährdet auf der "Roten Liste" des Naturschutzes. Hier findet der Naturfreund noch Rosmarin- und Glockenheide, Moorbeeren und den rundblättrigen Sonnentau. Dieser ist ein Hochmoorspezialist. Den im Hochmoor fehlenden Stickstoff, den er zum Aufbau von Eiweißstoffen braucht, erhält er aus tierischer Kost. Seine Beutetiere lockt und fängt er mit speziell dafür ausgebildeten Blättern. (Volksmund: Fleischfressende Pflanze). Sehr reizvoll ist das Moor, wenn im Mai/Juni rund um den Grundlosen See das Wollgras blüht.
Im Grundlosen Moor findet der Naturfreund noch Blaubeeren, Preiselbeeren, verschiedene Arten von Farnen sowie überall Torfmoose. Torfmoose sind die bedeutensten Hochmoorpflanzen, denn sie bilden durch ihr nahezu einmaliges Wachs-tumsverhalten den Hochmoorkörper.
Zahlreiche in Niedersachsen als gefährdet geltende Tierarten, sind im Naturschutzgebiet um den Grundlosen See noch zu beobachten. So u. a. die Sumpfohreule, Kolkrabe, Waldwasserläufer, verschiedene Libellenarten, Eidechsen, Blindschleichen und Kreuzottern, Schwarzstorch und Kranich kommen zur Nahrungsaufnahme. Der Grundlose See, inmitten des gleichnamigen Moores, war ursprünglich wohl einmal doppelt so groß. Aufgrund abgesenkter Wasserstände ist er Im Laufe der Jahre immer mehr zugewachsen. Mit dem jetzt gehaltenen Wasserstand wurde dieser Prozess gestoppt.
In der Tourist-Information im alten Rathaus der Stadt Walsrode ist ein "Wegeplan für Kinder-von Kindern" erhältlich.