Hermann Löns, der Dichter der Heide
1893 kam Hermann Löns das erste Mal in die Lüneburger Heide, nach Walsrode; in dieses "wunderschöne Land", wie er die Heide so gerne nannte. Geboren wurde er am 29.08.1866 in Kulm/Westpreußen. Seine Eltern kamen aus Westfalen. Der Vater, angehender Gymnasial-Oberlehrer, fand dort seine erste Lehrerstelle und konnte somit seine Braut, die Paderborner Apothekerstochter Klara Kramer, endlich zur Frau nehmen. Nach knapp zwei Jahren zog die Familie nach Deutsch-Krone, wo Hermann seine Jugendzeit verbrachte.
1894 wurden die Eltern zurück in ihre alte Heimat versetzt, so dass Hermann dort sein Abitur machen konnte. Ursprünglich wollte er einmal Naturwissenschaften studieren, doch sein Vater hielt dieses für aussichtslos. So musste Hermann Löns das ungeliebte Fach "Medizin" belegen.
Nach Münster waren Greifswald und Göttingen die Stationen seiner wissenschaftlichen Ausbildung. Im Jahre 1890 kam es zum Bruch mit dem Vater. Hermann Löns verließ sein Elternhaus und betrat es nie wieder.
Er sprang, wie er es selber nannte, mit beiden Füßen in das Zeitungsfach. Über Kaiserslautern, Gera und Hamburg führte ihn der Weg nach Hannover, wo er auch seine Elisabet Erbeck heiratete. Beim "Hannoverschen Anzeiger " fand Löns seine erste Anstellung. Unter den Pseudonymen "Fritz von der Leine" und "Ulenspeigel" wurde er schlagartig bekannt, da er witzige und kluge Glossen schrieb. In der Zeit, in der sich Löns als Journalist profilierte, lernte er auch die Heide kennen und lieben. Seitdem kam er von der Pflanzen- und Tierwelt dieser so typischen norddeutschen Landschaft nicht mehr los und beschrieb sie auf vielfältige Art. Sein dichterisches Werk ist bis heute in einer Auflage von über 10 Millionen Büchern verbreitet. Der Verband der Hermann-Löns-Kreise in Deutschland und Österreich tritt für sein geistiges Erbe ein und hat seinen Sitz in der Hermann-Löns-Stadt Walsrode.
Als 48jähriger meldete sich Löns als Kriegsfreiwilliger im 1. Weltkrieg. Nach nur vier Wochen fiel er am 26. September 1914 bei Loivre (Reims in der Champagne). Im Jahre 1986 wurde in Walsrode sein letztes Werk, das Kriegstagebuch "Leben ist Sterben, Werden, Verderben" der Öffentlichkeit vorgestellt. Es ist ein historisches Dokument und ein persönliches Vermächtnis.
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